Einsamkeit

Die Schatten ziehen vorbei, ich kann die Gesichter nicht erkennen, alles verschwimmt vor meinen Augen.

Ich nehme nichts mehr richtig wahr, meine Gefühle sind abgestumpft.

Alles nur deinetwegen, deinetwegen, weil du mich viel zu früh verlassen musstest. Warum konntest du nicht länger bleiben? Das Leben ist etwas Schönes warum hast du es weggeworfen?

Ich kenne nicht die Antworten auf diese Fragen aber ich spüre diese Leere in meinem Inneren seitdem du nicht mehr bist. Alles ist zusammengebrochen, hat für mich keinen Sinn mehr. Und alles nur wegen einer Nichtigkeit.

Warum?

Warum bist du fort?

Konntest du nicht länger bleiben?

Ohne dich bin ich ein niemand. Gefangen in der eigenen Schuldzuweisung und Einsamkeit.

Kein Sinn mehr ohne dich.

Kein Lachen oder ein Lächeln mehr.

Keine Tränen mehr.

Keine Regung in der Trauer der Einsamkeit.

12.8.11 10:20, kommentieren

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Das Bildnis wunderselig

Dein Bildnis wunderselig
Hab ich im Herzensgrund,
Das sieht so frisch und fröhlich
Mich an zu jeder Stund.

Mein Herz still in sich singet
Ein altes schönes Lied,
Das in die Luft sich schwinget
Und zu dir eilig zieht.
 
 

1 Kommentar 5.8.11 14:35, kommentieren

Das Alter

Hoch mit den Wolken geht der Vögel Reise,
Die Erde schläfert, kaum noch Astern prangen,
Verstummt die Lieder, die so fröhlich klangen,
Und trüber Winter deckt die weiten Kreise.

Die Wanduhr pickt, im Zimmer singet leise
Waldvöglein noch, so du im Herbst gefangen.
Ein Bilderbuch scheint alles, was vergangen,
Du blätterst drin, geschützt vor Sturm und Eise.

So mild ist oft das Alter mir erschienen:
Wart nur, bald taut es von den Dächern wieder
Und über Nacht hat sich die Luft gewendet.

Ans Fenster klopft ein Bot' mit frohen Mienen,
Du trittst erstaunt heraus – und kehrst nicht wieder,
Denn endlich kommt der Lenz
, der nimmer endet.

 

 

1 Kommentar 5.8.11 14:26, kommentieren

Beim Erwachen

Tiefer ins Morgenrot versinken die Sterne alle
Fern nur aus Träumen dämmert dein Bild noch vorüber,
Und weinender tauch'  ich aus seliger Flut.

    

Aber im Herzen tief bewahr'  ich die lieben Züge,
Trage sie schweigend durch des Tages Gewühle
Bis wieder zur stillen träumenden Nacht.
 

1 Kommentar 31.7.11 17:24, kommentieren

Anklänge

Hoch über stillen Höhen
Stand in dem Wald ein Haus;
So einsam war's zu sehen,
Dort übern Wald hinaus.

Ein Mädchen saß darinnen
Bei stiller Abendzeit,
Tät seidne Fäden spinnen
Zu ihrem Hochzeitskleid.

 


31.7.11 16:58, kommentieren

An die Waldvögel

Könnt mich auch sonst mit Schwingen
Übers grüne Revier,
Hatt ein Herze zum Singen
Und Flügel wie ihr.

Flog über die Felder,
Da blüht' es wie Schnee,
Und herauf durch die Wälder
Spiegelt' die See.

Ein Schiff sah ich gehen
Fort über das Meer,
Meinen Liebsten drin stehen –
Dacht meiner nicht mehr.

Und die Segel verzogen,
Und es dämmert'  das Feld,
Und ich hab mich verflogen
In der weiten, weiten Welt.
 

1 Kommentar 31.7.11 16:28, kommentieren

Es ist ein Flüstern

Es ist ein Flüstern in der Nacht,
Es hat mich ganz um den Schlaf gebracht;
Ich fühl's, es will sich was verkünden
Und kann den Weg nicht zu mir finden.
Sind's Liebesworte, vertrauet dem Wind,
Die unterwegs verwehet sind?
Oder ist's Unheil aus künftigen Tagen,
Das emsig drängt sich anzusagen?
 
 

31.7.11 16:17, kommentieren